An der südlichen Grenze der Gemeinde Unterbözberg verläuft die Hauptverkehrsader von Zürich nach Basel. Fahrzeuge, die auf der Bözbergstrasse unsere Gemeinde durchfahren, sehen von unserem Dorf sehr wenig. Die Bözbergstrasse führt durch ausgedehnte Wiesen und Felder am Weiler Vierlinden mit dem gleichnamigen Gasthaus vorbei. Von ihm wird gesagt, es stehe am schönsten Aussichtspunkt des Aargaus. Auf 569 Metern ist die Passhöhe beim Neustalden erreicht, und die Strasse neigt sich dem Fricktal zu. Auch die vielen Wanderer, die unsere Gemeinde als Naherholungsraum der Region Brugg durchstreifen, haben Mühe, das Dorf abzugrenzen.
 
Seit der Abtrennung von Oberbözberg 1872 besteht Unterbözberg aus zehn auf dem Tafeljura weitverstreuten Häusergruppen. Es sind dies: Hafen, Sagel, Schnellen, Kirchbözberg, Ursprung, Egenwil, Birch, Altstalden, Neustalden und Vierlinden. Das Zentrum bildet das Dörfchen Ursprung mit Gemeindehaus, Schulanlage, Feuerwehrlokal, Dorfladen und Postgebäude. Diese Streubauweise war bedingt durch die Weite der bewirtschafteten Flächen. Eine zentrale Trinkwasserversorgung fehlte; gute Quellen waren nur wenige vorhanden; Sodbrunnen mussten genügen. 1921 erstellte die Gemeinde eine neue Wasserversorgung, indem man an das Leitungsnetz der Gemeinden Linn und Gallenkirch anschloss und so die Linner Quellen nutzen konnte. Damit war das Problem der Wasserversorgung wesentlich verbessert, aber noch nicht endgültig gelöst. Im Jahre 1974 wurde eine umfassende Sanierung in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Linn, Gallenkirch, Oberbözberg und Mönthal, die sich zur Vereinigten Wasserversorgung zusammenschlossen, abgeschlossen. Heute wird das Wasser aus dem Grundwasserstrom in Villnachern entsogen, auf den Bözberg gepumpt und in verschiedenen Reservoiren gespeichert.
 
Der Bözberg war schon zur Römerzeit ein wichtiger Juraübergang. Einen gut erhaltenen Zeugen einstiger Verkehrsverhältnisse bildet der «Römerweg» mit seinen aus dem Kalkfelsen gehauenen Karrengleisen (freigelegt 1922 und 1968). Die Kirche in der Talsenke zu Kirchbözberg, dem heiligen Michael geweiht, zeugt von weiteren wichtigen Bözberg-Übergängen. Dieses wohl aus dem 11. Jahrhundert stammende, 1227 erstmals urkundlich erwähnte Gotteshaus war am wichtigen Wegkreuz (Übergang von Laufenburg nach Brugg und vom Fricktal nach Stilli) gebaut worden. Mit der Pfarrscheune, gebaut um 1773, und dem spätgotischen Pfarrhaus, einem der schönsten Pfarrhäuser im Kanton, aus dem Jahre 1664/65, hat Unterbözberg eine prachtvolle Gebäudegruppe (1983/84 sorgfältig renoviert), die heute dem Denkmalschutz unterstellt ist. Im Jahre 1872 wurde die Gemeinde Bözberg durch Beschluss des Grossen Rates in zwei Gemeinden aufgeteilt, in Unter- und Oberbözberg.
 
Bis 1950 war Unterbözberg eine Bauerngemeinde. Viele Kleinbauern bestellten in mühevoller Handarbeit und zum Teil noch mit Ochsengespannen ihre kleinen zerstückelten Felder. Nebenerwerbe waren notwendig, um die grossen Familien zu ernähren. Alte Dorfnamen weisen auf die verschiedenen Beschäftigungen hin (Posamenter, Weber, Chapper, Salzmann usw.), und in den meisten alten Bauernhäusern findet man noch «Schnüerli-Rädli», mit denen die Frauen und Kinder Halbfabrikate für die Strohindustrie anfertigten.
 
Nach 1950 wandelte sich unser Dorf langsam, aber stetig. Die Kleinbauernbetriebe sind durch den Generationenwechsel aufgelöst worden, Land wurde verkauft oder verpachtet. Die 1959 beschlossene Güterregulierung (1983 abgeschlossen), ermöglichte die Arrondierung der Landwirtschaftsbetriebe. Heute zählt die Gemeinde 4 landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 20 ha und 14 Betriebe mit 5 bis 20 ha.
 
Die Wohnbevölkerung zählte im Sommer 1999 756 Seelen, davon sind 43 Ausländer. Im Stimmregister der Einwohnergemeinde sind 557 stimmberechtigte Frauen und Männer eingetragen. Davon sind 70 Ortsbürger. Der Gemeinderat besteht aus fünf Mitgliedern. Parteien gibt es in Unterbözberg keine, Wahlen des Gemeinderates sind Persönlichkeitswahlen.



In der Gemeinde ansässige Vereinsmitglieder:

Bäckerei
Hirt Werner
Neustalden 94
5224 Unterbözberg


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