Die Gemeinde Schinznach-Bad ist auf das Dreierkonzept Wohnen, Industrie/Gewerbe und Kurort ausgerichtet, wobei von den räumlichen Möglichkeiten her der Akzent beim Wohn- und Kurgebiet liegt.
 
Die erste geschichtliche Erwähnung unseres Dorfes geht auf das Jahr 1064 zurück als die Grafen von Habsburg die Güter in «Biralophon» (Birrenlauf) dem Kloster Muri vergabten. Zum habsburgischen Eigenamt gehörend, wurden sie im 14. Jahrhundert dem ebenfalls habsburgischen Kloster Königsfelden unterstellt. Seit dem 18. Jahrhundert war das kleine Bauerndorf Birrenlauf eng mit den Geschicken des Heilbades verbunden. Die Dorfbewohner fanden Arbeit im aufkommenden Kurbetrieb. Die Badegäste, vornehmer und oft aristokratischer Herkunft, nahmen ihrerseits lebhaften Anteil an ländlichvolkstümlichen Gebräuchen.
 
Wie kam das Bad Schinznach zu seinem Namen?
Nach den ersten Berichten aus dem Jahre 1651 lagen Quelle und erstes Badehaus auf dem linken Flussufer, auf Grund und Boden des Weinbaudorfes Schinznach (-Dorf). Nach grossen Überschwemmungen Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Fluss in das heutige Aarebett eingedämmt. Dadurch kam die aus felsigem Grund aufsteigende Schwefelquelle mit den zugehörigen Badehäusern auf die rechte Aareseite zu liegen. Der Name Schinznacher Bad blieb erhalten.1937 wurde der Gemeindename Birrenlauf durch Grossratsbeschluss in Schinznach-Bad wie Bahnstation und Post schon vorher hiessen, geändert. 1936 wurde neben der bisherigen Kalkfabrik die Zementfabrik gebaut, jedoch schon zwei Jahre später stillgelegt. Die Gebäulichkeiten dienten während der Kriegsjahre der Armee als Futterdepot.
 
1947 übernahm sie die AMAG und erstellte ein Montagewerk für amerikanische Personenautos (Marke Chrysler) und übernahm die Generalvertretung für den deutschen Volkswagen. Damit setzte eine sprunghafte Entwicklung unseres Dorfes ein. 1972 wurde die Montage aufgegeben. Heute werden die Marken VW, AUDI und Porsche vertrieben. Der Zweigbetrieb AMAG-Service wurde angegliedert. 1987 wurde eine neue Kundendienstschule gebaut, in der jährlich 3500 Mitarbeiter aus der ganzen Schweiz in allen drei Landessprachen geschult werden. Die Teilnehmer stammen aus allen Fachbereichen der Automobilbranche (vom Lehrling über den Mechaniker, das mittlere Kader bis zum Betriebsinhaber) und haben die Möglichkeit, sich zum Techniker V.A.G. diplomieren zu lassen.
 
Das Gewerbe erhielt u. a. Zuzug durch die Knopffabrik, das Spültischwerk und eine Fabrik für Feinwerktechnik. Die Einwohnerzahl stieg von ehemals 400 Ansässigen auf gegenwärtig 1200. Das Bad Schinznach blickt auf eine mehr als 300jährige Geschichte von zeitweise gesamtschweizerischer Bedeutung. Erstmals wird die Schwefelquelle 1651 erwähnt, als die Berner Obrigkeit, die über den Aargau regierte, vom Hofmeister von Königsfelden einen Bericht über den Zustand der Quelle verlangte. Samuel Noetiger von Bern auf Schenkenberg erhielt das Ausnützungsrecht der Quelle. 1663 beschrieb der Zürcher Arzt Hans Jakob Ziegler («das köstliche warme Gesundbad bey Schinznacht in des mächtigen Herren von Bern Landschafft gele-gem».1696 erwarb der Berner Münsterbaumeister Samuel Jenner Heilquelle und Badehaus vom Staat Bern. 1761 wurde im Bad die Helvetische Gesellschaft gegründet, 1810 die Aargauische Kulturgesellschaft.
 
Gekrönte Häupter und Persönlichkeiten des politischen und kulturellen Lebens sind während seines 300jährigen Bestehens in Schinznach abgestiegen. Die Schwefeltherme, eine der stärksten unseres Kontinents, könnte 500 I/min mineralreiches Schwefelwasser von 34 Grad Celsius aus 1000 Metern Erdtiefe spenden. Die Kurgäste finden Erholung und Gesundung, besonders die Patienten mit rheumatischen Krankheiten, Unfallfolgen, Kreislauf- und Stoffwechselstörungen. Ärzte, unterstützt von geschultem medizinischem Personal, verordnen die Kuranwendungen und überwachen den Kurverlauf.
 
Im Jahr 1972 wurde aus kantonalen und Bundesmitteln eine spezielle Rheumaklinik (Stiftung) angegliedert. Den Hotelgästen wie den Tagesbesuchern stehen ein Hallen-Thermalschwimmbad, das Thermalfreibad «Thermi» (35 Grad), sowie Wannenbäder und moderne Therapieeinrichtungen zur Verfügung. Es werden auch Aufbauferien mit Sport wie Golf, Tennis, Gymnastik usw. angeboten. Zurzeit sind grosse Anstrengungen für den weiteren Ausbau und die Modernisierung des Bades im Gange. Im Jahr 1989 ist das Habsburgbad des Bades an die Rheuma- und Rehabilitationsklinik verkauft worden. Im gleichen Jahr ist ein Parkhaus für 260 Parkplätze erstellt worden. Von 1989-1991 wird ein zusätzliches Bad zum Thermi mit einem neuzeitlichen Angebot gebaut.
 
Im Jahr 1990 wird das 300jährige Hotel einmal mehr den Bedürfnissen angepasst. Im Empire-Flügel wird eine Doppel-Arztpraxis eingerichtet, und 15 Hotelzimmer werden renoviert. Ab 1990 hat das Hotel sein Angebot für Kur- und Erholungsgäste um das Aktiv-Gesundheitsprogramm ergänzt. Ab 1991 wird in der Rheumaklinik die Physiotherapeutenschule des Kantons Aargau in Betrieb genommen.



In der Gemeinde gibt es keine ansässigen Vereinsmitglieder

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