Das kleine Bauerndorf Hottwil liegt inmitten von sanften grünen Hügeln. Die ursprüngliche Juralandschaft ist noch intakt und sowohl lockere Hecken als auch verschiedene Obstbäume prägen die reizende Landschaft. Unterhalb der Ruine Wessenberg schmiegen sich die Rebberge an den Südhang.
 
Hottwil, das oberste Dorf des Mettauertales, wird geografisch zum Fricktal gezählt, gehört aber als nordwestlichste Gemeinde zum Bezirk Brugg. Das Dorf ist von drei Seiten erreichbar, von Mandach/Villigen via Rotberg/Erli, von Remigen/Gansingen via Bürersteig und von Wil. Hottwil liegt auf einer Höhe von 415 Metern über Meer. Der Gemeindebann umfasst 416 Hektaren Land, davon 143 Hektaren Wald. Das schmucke Dorf zählt derzeit rund 280 Einwohner.
 
Erste Erwähnung
Die älteste urkundliche Erwähnung geht zurück auf das Jahr 1150 als "Hotiwilare". Es muss aber schon lange vorher bestanden haben und gilt als eine von den Alemannen gegründete Siedlung. Auf dem nördlichen Ende des Wessenbergs stand das ansehnliche Schloss des gleichnamigen Freiherrengeschlechtes von Wessenberg, wohin die Dorfbewohner auch zinspflichtig waren. 1072 haben "die edlen von Wessenberg" die Kirche von Mandach als eine der ältesten im Aargau gegründet, und mit dem später "Hottwil" genannten Dorf eine Kirchgemeinde gebildet.
 
Im 15. Jahrhundert zerfiel das Schloss langsam, und heute sind nur noch Teile des Grundrisses zu erkennen. Im "Wessenberger", dem eigenständigen Hottwiler Landwein, bleibt das alte Herrschergeschlecht jedoch in guter Erinnerung.
 
468, bei ihrem Rückzug von den Waldshuter Wirren besetzten die Eidgenossen das Dorf und schlugen es zur Landvogtei Schenkenberg. Auch wenn bis 1802 "hinter" Hottwil Österreich begann, entwickelten sich zu den Nachbarn im Mettauertal dennoch gute Beziehungen, die sich nach dem Wegfall der Grenze nochmals verstärkten. In Wil war das Handwerk, in Hottwil das Geld gut vertreten, was die Beziehungen vorteilhaft beeinflusste.
 
Das bäuerliche Dorfbild
Hottwil hat einen reizvollen, lockeren Dorfkern mit grossen alten Bauernhäusern. Zu den ältesten Gebäuden gehören der "Bären" mit dem Berner Bären von 1539 und der "Spittel" mit der Jahreszahl 1540. Nahe beim Spittel befindet sich das stattliche "Zehnten-Haus". Eine Kachel im Ofen trägt die Jahreszahl 1741, das Gebäude dürfte aber noch wesentlich älter sein. Diese drei Gebäude wurden stets unterhalten und restauriert und zeugen heute noch vom Glanz alter Zeiten. ? Das heutige Dorfbild soll erhalten bleiben. Die kommunalen Behörden wollen zwar kein "Heimat-Museum- Dorf", aber auch keine spekulativen Grossüberbauungen, sondern ein massvolles und gezieltes Wachstum, wie dies in den letzten Jahren der Fall war.
 
Tradition und Brauchtum
Hottwil als romantisches und dennoch modernes Dorf hält an alten Traditionen und Bräuchen fest ? wo dies sinnvoll und machbar ist.
 
Da aus heutiger Sicht der Weiterbestand der Ortsbürgergemeinde langfristig finanziell nicht mehr sinnvoll war, haben sowohl eine grosse Mehrheit der Einwohner als auch der Ortsbürger an der Gemeindeversammlung im Juni dieses Jahres der Auflösung der Ortsbürgergemeinde zugestimmt. Die endgültige Auflösung erfolgt nach der Urnenabstimmung im September. Hottwil tritt danach vereint gestärkt gegen Aussen auf.
 
Infolge mangelndem Interesse eingestellt worden ist kürzlich die traditionelle Heugrassteigerung, bei welcher jährlich gemeindeeigenes Land, meist an steileren Hängen gelegen, an den Meistbietenden zum Heuen versteigert wurde. Der Ersteigerer erhielt nebst dem Heugras ? sozusagen als Dank ? auch ein feines Zvieriplättli im «Bären» offeriert.
 
Beibehalten wird dagegen der allseits beliebte Neujahrsbrauch. Seit Jahrzehnten begibt sich um Schlag Mitternacht der Dorfweibel auf seinen Rundgang durch das Dorf. Vielerorts wird deshalb der Champagner auch im Freien entkorkt. An mehreren Orten im Dorf hält der Weibel mit seiner Laterne inne, bläst in sein Horn und wünscht den Bewohnern des Dörfchens Hottwil nach altüberlieferter Tradition ein gutes neues Jahr.



In der Gemeinde ansässige Vereinsmitglieder:

Rebbauverein Hottwil
Bühlmann Karl
Mandacherstr. 3
5277 Hottwil

Weinbau
Keller Markus
Schulhausstr. 126
5277 Hottwil

Weinbau
Vogt Hans
Bühl 69
5277 Hottwil
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