Die Habsburg wurde 1020 durch den Grafen Radobot zum Schutze des habsburgischen Grundbesitzes im Eigenamt errichtet. 1108 nannte sich das Geschlecht erstmals von Habsburg. 1273 wurde Graf Rudolf von Habsburg (1218-1291) zum deutschen König gewählt. Das Schloss eignete sich aus geographischen Gründen nicht als Sitz. Rudolf weilte auch nur einmal (1256 wegen einer Amtshandlung) auf der Habsburg. Nach dem glänzenden Aufstieg des Habsburgergeschlechts war die Habsburg spätestens von der Mitte des 13. Jahrhunderts an als Residenz nicht mehr geeignet. In der Folge erhielten Dienstleute das Schloss als Lehen. Es wechselte des öftern die Hand, bis es 1804, nach fast 300j ähriger Zugehörigkeit zum Kanton Bern, vom jungen Kanton Aargau erworben wurde. Nach jahrhundertelanger Vernachlässigung wurde die Habsburg durch den Kanton Aargau in verschiedenen Malen renoviert. Ende des letzten Jahrhunderts fand die heutige einzige Dorfwirtschaft im Schlosse Eingang.
 
Havichsberch, Havekhesperch, Habisburch. Der Name taucht in früheren Urkunden im Zusammenhang mit der Dynastie der Habsburger in sehr unterschiedlicher Schreibweise auf, zum Beispiel: Havichsberch (1108), Havekhesperch (1150), Habisburch (1213) oder Habsburc (1238/39). Einer Legende gemäss soll der Erbauer des Schlosses, Radobot, auf einem Jagdausflug das Schloss «Habichtsburg» benannt haben, als sich ein Falke (zur Familie der Habichte gehörend) auf dem Schlossgemäuer niederliess. Wahrscheinlicher ist eine andere Deutung, wonach eine Beziehung zur ehemaligen Landestelle für den Schiffsverkehr in Altenburg besteht. Eine solche Landungsstelle hiess altdeutsch «Haw» oder «Hab», und daraus sei die Bezeichnung Habsburg, d. h. Burg an der Hab ( »Habesburch» ) entstanden.
 
Während das Schloss 1020 erbaut worden war, ist die Geschichte des Dorfes wesentlich jünger. Noch vor rund 600 Jahren war praktisch das ganze Gemeindegebiet bewaldet; nur das Schloss ragte als markante Silhouette aus dem Wald. Nachkommen der die Burg bewohnenden Dienstleute begannen in Kontaktnähe zu ihren Angehörigen auf der Burg - Waldstücke beim Schloss zu roden und sich hier niederzulassen. Der Beginn dieser Rodungen, vielleicht um 1500, und damit verbunden die erste Bautätigkeit, liegt im Dunkeln. Lediglich Namen von Bewohnern sind überliefert: Emisberger, Rinderknecht, Ruef. Diese Geschlechter verschwinden wieder gegen Ende des 15. Jahrhunderts, dafür wird die Familie Werder heimisch. Damals bestand die Siedlung aus acht Gebäuden, wovon fünf bewohnt waren.
 
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wich die bescheidene, zurückgezogene Lebensweise dem Bestreben, in Kontakt mit anderen Gemeinden zu kommen und in Zusammenarbeit an grössere Dinge heranzutreten, wie es beispielsweise die Wasserversorgung darstellte. Bis 1908 bezogen die Habsburger ihr Wasser aus Sodbrunnen. Ein 1904 ausgearbeitetes Projekt, das vorsah, Grundwasser des Aaretals auf den Wülpelsberg heraufzupumpen, wurde von der Gemeindeversammlung abgelehnt. Man konnte nicht glauben, dass Grundwasser trinkbar sei. 1908 fasste Villnachern am Linnerberg eine Quelle. Habsburg schloss sich dem Projekt an. Eine 4500 m lange Leitung brachte während 46 Jahren das Wasser vom Linnerberg nach Habsburg. 1954, beim Bau des Kraftwerks Wildegg/Brugg, offerierte die NOK der Gemeinde einen Betrag von Fr. 40000.- für den Fall, dass keine Leitungen mehr das Gebiet der neuen Anlage durchschneiden. Schinznach-Bad, das selber unterhalb des «Brand» ein Reservoir erstellte, bot Anschluss an sein System. Damit war der frühere Plan mit dem Aaregrundwasser realisiert. 1916 stellte Habsburg auf Stromversorgung um.
 
Im Jahre 1833 wohnten nur 4 Einsassenfamilien (Werder, Erismann, Riniker, Senn) im Dorf, die aber zusammen 177 Personen zählten. Bis zum Jahre 1960 sank die Einwohnerzahl bis auf 126 Personen. Um einem weiteren Bevölkerungsschwund Einhalt zu gebieten, und dadurch die Leistungsfähigkeit des Dorfes zu erhalten, erwarb die Gemeinde Ende der sechziger Jahre ca. 250 Aren Land. Dieses wurde erschlossen, parzelliert und die Hälfte (16 Bauplätze) verkauft. Die andere Hälfte verblieb der Gemeinde unentgeltlich als Grünzone. Ab 1971 setzte dann eine rege Bautätigkeit ein. Die Bevölkerung nahm wieder auf 230 Personen zu. Dank einer zweckmässigen Bauordnung konnte der ländliche Charakter erhalten bleiben. Die mit dem Bevölkerungswachstum verbundenen Probleme forderten wohlüberlegte Lösungen: Anschluss an die Kläranlage und das Kabelfernsehen, Anschaffung eines Feuerwehrautos und nicht zuletzt das Ende 1976 eingeweihte Schul- und Gemeindehaus.
 
Habsburg ist für zahlreiche «Stadtflüchter» zum idealen Aufenthaltsort geworden. Einerseits bietet das Dorf mit seiner Lage ein ländliches Leben mit all seinen Vorteilen: Ruhe, gute Luft, idealer Platz für Kinder. Und doch liegt Habsburg ganz in der Nähe wichtiger Industrie- und Einkaufszentren. In Luftlinie gemessen sind es nach Windisch oder Birr etwa 31/2 km, nach Brugg 3 km und nach Baden 9 km. Mit der 1984 eingeführten Postautolinie Brugg-Habsburg-Birr wurde die Gemeinde an ein öffentliches Verkehrsmittel angeschlossen.



In der Gemeinde ansässige Vereinsmitglieder:



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