Wer kennt sie nicht, die traditionsbewusste und dennoch zukunftsfreudige Stadt unweit des Zusammenflusses von Aare, Reuss und Limmat, welche den Namen und Ursprung einer wichtigen Brücke verdankt! Das Bild der Brücke ziert schon das älteste Stadtsiegel und auch noch das heutige Stadtwappen. Von jeher lud die besonders schmale Stelle zur Überquerung der Aare ein; bereits in römischer Zeit diente eine Brücke einerseits dem Verkehr zum nahegelegenen Legionslager Vindonissa und andererseits den Kaufleuten vom Oberrhein über den Juraübergang « Bözberg » zu den Alpen.
 
Bestimmende Habsburger
Urkundlich taucht der Name Brugg erst 1064 auf, als der Graf von Habsburg dem Kloster Muri seine Güter, darunter solche in « Bruggo», bestätigt. Als Stadt ist Brugg eine Gründung der Grafen von Habsburg. Unmittelbar nach 1200 erhielt das Aarestädtchen das Marktrecht, und der krönende Abschluss der Stadtentwicklung war die Verleihung des Stadtrechts im Jahre 1284 durch König Rudolf von Habsburg. Wohl noch im 12. Jahrhundert wurde als Wächter der «Schwarze Turm» an die Aarebrücke gebaut. Dieses imposante Bauwerk ist nebst dem Salzhaus heute noch das Wahrzeichen der Stadt. Auch im 14. Jahrhundert blieb Brugg eng mit den Habsburgern verbunden; die Präsenz der Herrschaft belebte das wirtschaftliche und kulturelle Leben ausserordentlich. Häufig sammelten die österreichischen Heerführer ihre Streitkräfte in Brugg, so auch vor dem Feldzug nach Sempach im Jahre 1386. Natürlich muss an dieser Stelle auch das schönste habsburgische Denkmal erwähnt werden: das Kloster Königsfelden. Es bildete den geistigen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region und den künstlerischen Höhepunkt mittelalterlicher Glasmalerei in der Schweiz.
 
Nach der Eroberung des Aargaus im Jahre 1415 durch das mächtige Bern bestimmten andere Herren die Geschichte der Aarestadt. Zu erwähnen ist sicher das Aufblühen der Lateinschule, die der bernischen Kirche hervorragend geschulte Kräfte lieferte, was denn Brugg auch den Namen «Prophetenstädtchen» eintrug.
 
Der Weg in die Moderne
1798 begrüsste man mit Freuden den Einmarsch der Franzosen, der das Ende der bernischen Herrschaft bedeutete. Brugg wurde 1803 durch das Machtwort Napoleons Bezirkshauptort im neugeschaffenen Kanton Aargau. Mit dem Bau wichtiger Eisenbahnlinien und des städtischen Elektrizitätswerkes Ende des 19. Jahrhunderts liess die wirtschaftliche Entwicklung nicht mehr auf sich warten; die Voraussetzungen für eine rasche industrialisierung waren gegeben. Gleichzeitig sind zwei weitere Akzente gesetzt worden, welche Brugg noch heute nachhaltig prägen: die militärischen Genie-Schulen und das Schweizerische Bauernsekretariat.
 
Die rasante Entwicklung kurbelte nun das Gewerbe und vor allem den Dienstleistungssektor enorm an. So bestehen heute auf dem Gemeindebann rund 450 Goss- und Kleibetriebe mit über 5000 Beschäftigten. Seit jeher trachtete Brugg nach einer weiteren Ausdehnung seiner Grenzen. Dies gelang mit der Eingemeindung von Altenburg und von Lauffohr.
 
Die Vervielfachung der Einwohnerzahl brachte naturgemäss grosse infrastrukturelle Aufgaben. Der Zuwachs der Bevölkerung löste deshalb auch eine rege private Bautätigkeit aus. Die Ebenen gegen Westen und Osten wurden allmählich mit Wohnquartieren besiedelt, die Brugg einen grossen Teil seines fruchtbaren Bodens kosteten. Zudem kündigte die Erstellung von grossen Mehrfamilienhausüberbauungen und Hochhäusern eine neue Epoche an. Den stärksten, aber auch umstrittensten Eingriff in das bisherige Siedlungsgebiet bildet zweifellos die gigantische «City-Überbauung» (Neumarkt). Das Geschäftsleben hat sich dadurch weitgehend in das neue Zentrum verlagert.
 
Der Bezirkshauptort heute
Mit der Eröffnung eines neuen Aareüberganges im Jahre - 1980 (mittlere Umfahrung) strömte der der Durchgangsverkehr nicht mehr durch den mittelalterlichen Kern der Aarestadt. Durch diese Entwicklung ist es in der Altstadt etwas ruhiger geworden, und etliche Hausbesitzer sahen sich veranlasst, ihre schönen Häuser zu renovieren.
 
Das heutige Brugg mit seinen modernen Kauf- und Modehäusern sowie den traditionell in der ganzen Stadt verwurzelten Spezialgeschäften verfügt über ein vollständiges Einkaufsangebot. Zu dem ist der Bezirkshauptort bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wer trotzdem auf sein Privatfahrzeug nicht verzichten will, findet vorläufig noch an der Peripherie und im Zentrum grosszügige Parkmöglichkeiten. Hält aber das private Verkehrsaufkommen weiterhin an, was momentan angenommen werden muss, so werden die direkt Betroffenen Zentrumsgemeinden Brugg und Windisch kaum darum herumkommen, mit den SBB und den PTT gemeinsam nach neuen Lösungen zu suchen, damit der ständig steigende Pendlerverkehr bewältigt werden kann. Nach der Inbetriebnahme der S-Bahn wurde das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel nochmals durchgreifend verbessert: der Eisenbahnknoten Brugg gewann an Bedeutung.
 
Obwohl zur Zeit eine intensive Wohnbautätigkeit herscht, stagniert die Befölkerungszahl bei etwa 9200. Gute Steuerzahler wandern zum Teil ab ins Grüne und greifen nur noch als Pendler auf die intakten infrastrukturellen Anlagen der Stadt Brugg zurück, da ruhige Wohnungen und attraktives Bauland fehlen.
 
Der Bezirk mit dem Hauptort Brugg steht mit seinen 14917 Hektaren flächenmässig an dritter Stelle im Kanton Aargau; bevölkerungsmässig nimmt er aber mit rund 40000 Einwohnern nur den sechsten Platz ein. Umgeben von fünf Bezirken, hat er als einziger der elf Aargauer Bezirke keinen Anteil an der Kantonsgrenze.
 
Der Charakter des Bezirks ist stark durch die Landwirtschaft geprägt, wird doch noch fast die Hälfte der Gesamtfläche landwirtschaftlich genutzt. In 15 der 32 Gemeinden nimmt der Weinbau einen wichtigen Stellenwert ein. Die süffigen Landweine werden unter Kennern oft als Geheimtip gehandelt.
 
Die wirtschaftliche Situation der Region Brugg ist breit gefächert. Keine der zahlreichen Industrie- und Handelsfirmen nimmt eine absolute Monopolstellung ein. Dies hilft natürlich mit, die zahlreichen Arbeitsplätze zu sichern. Firmen in und um Brugg haben sich im Laufe der Jahrzehnte zu Betrieben von nationaler und internationaler Bedeutung entwickelt. Dazu gesellen sich die Schulen, welche eine lange Tradition aufweisen. Denken wir nur an die mittelalterliche Lateinschule oder an den berühmten Pädagogen Pestalozzi, der im nahe gelegenen Birrfeld wohnte und in Brugg dann seine letzte Ruhe fand. Fortsetzung dieser Tradition verfügt das «Prophetenstädtchen» Brugg und seine Umgebung über ausgezeichnete Bildungsmöglichkeiten: wie eine höhere Technische Lehranstalt, ein Kantonales Seminar, Berufsschulen und alle Volksschultypen.


Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.brugg.ch

In der Gemeinde ansässige Vereinsmitglieder:

Landi Brugg
Steinackerstrasse 3
Postfach 150
5201 Brugg

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