Birrhard, von Eingeweihten «Birret» genannt, ist eine Gemeinde des Eigenamtes. Mit dem Weiler «Innlauf» bildet Birrhard ein annähernd zwei Kilometer langes Strassendorf zwischen dem Ostrand des Birrfeldes und dem Abhang gegen die Reuss hin. Es liegt an der Südostecke des Bezirks Brugg, wo früher der reformierte Berner Aargau und das katholische Freiamt aneinander grenzten.
 
Der Name der Gemeinde («Birken-Wald») ist noch auf die Zeit der Alemannen zurückzuführen. Damals schon gab es im südlichen Teil des offenbar durch auffälligen Birkenwuchs gekennzeichneten Birrfeldes die geschlossene Dorfsiedlung Birr und östlich gegenüber eine Anzahl weitläufig zerstreuter Einzelsiedlungen, die als Verwaltungseinheit «Birr-Hard» zusammengefasst wurden. Später kam dann die Gemeinde unter die Oberhoheit der Habsburger und des Klosters Königsfelden, bis im Jahre 1415 die Berner die Herrschaft übernahmen.
 
Mit der Zeit entstanden zwischen den Einzelsiedlungen von Birr-Hard weitere Wohnstätten, die das Dorf Birrhard bildeten. Ein eigentlicher Dorfkern ergab sich jedoch nie. Auch das im Jahre 1830 vom damaligen Lehrer Johannes Wüst auf eigene Rechnung erbaute und der Gemeinde geschenkte Schulhaus konnte die sammelnde Funktion nicht übernehmen.
 
Das Ortsbild wird bestimmt durch die längs der Dorfstrasse erbauten Wohn- und Ökonomiegebäude der grösstenteils noch aktiven Landwirtschaft. Die neueren Gebäude, vorwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser, liegen mehrheitlich ausserhalb des ursprünglichen Dorfes. An historischen Denkmälern hat die Gemeinde nichts zu bieten.
 
Von der wirtschaftlichen Entwicklung ist die Gemeinde, zumindest bis gegen Ende der 70er Jahre, weitgehend verschont geblieben. Dies ist einerseits auf die periphere Lage im Grenzbereich der Bezirke Baden und Brugg zurückzuführen, andererseits entsprach es aber den Wünschen und der Eigenart der vorwiegend bäuerlichen Bewohner, die das mehr oder weniger idyllische Leben und die Eigenständigkeit des Dorfes bewahren wollten. In den Jahren 1969/70 setzte dann eine leichte Entwicklung ein. Jedes Jahr wurden ein paar Einfamilienhäuser gebaut und eine kleine Maschinenfabrik hat sich im Dorf niedergelassen. Die Einwohnerzahl belief sich im Jahre 1850 auf 365, ging dann bis zum Jahr 1900 auf 236 zurück und stieg bis 1970 wieder auf 304 an. Gegenwärtig zählt die Gemeinde 545 Einwohner


In der Gemeinde gibt es keine ansässigen Vereinsmitglieder

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